Besuch in Finnland



Projektmeeting im Rahmen einer Comeniuspartnerschaft fördert nicht nur außergewöhnliche interkulturelle Arbeitsgemeinschaften, sondern gibt auch Einblick in das Schulsystem des Vorzeigelandes Finnland.

 

Im Rahmen des aktuellen Comeniusprojektes zum Thema UNESCO Weltkulturerbe der GGS St. Tönis Hülser Straße fand vom 9. bis 13.10.2012 das erste Projektmeeting in Finnland statt. In den Herbstferien machten sich vier Lehrerinnen (Heidi Labitzke, Anneli Steffes, Sigrid Klein, Tina Albrecht) und die Schulleitung (Beate Jacobs) auf den Weg in die Stadt Orivesi 200km nördlich von Helsinki, um dort ihre Partner aus Malta, Zypern, Italien und die Gastgeber aus Finnland zu treffen. Während des fünftägigen Zusammentreffens war der Terminkalender gefüllt mit vielen interessanten Terminen, Meetings und Sightseeing von UNESCO Kulturerbestätten.

Besonders stolz sind die Finnen auf ihr Schulsystem, weshalb in den fünf Tagen nicht nur die Partnerschule Karpinlathi Primary School besucht worden ist, sondern noch vier weitere Grundschulen und eine Secondary School, als auch eine Vertretung der Schulaufsicht im Rathaus der Stadt. Hierbei konnten die Comeniuspartner erfahren, dass sich das finnische Schulsystem stark von unserem Schulsystem unterscheidet. In Finnland sind die Kinder mit sieben Jahren schulpflichtig. Ab sechs Jahren ist ein freiwilliges Pre School Jahr vorgeschaltet, das ca. 95 % der Finnen nutzen. Hier lernen die Kinder in kleinen Gruppen von ungefähr 15 Schülern den Schulalltag selbst zu organisieren und spielerisch die Lautzuordnung der Buchstaben sowie die Orientierung im Zahlenraum bis 20. Danach starten die Kinder in Klasse 1 ihre Schullaufbahn und lernen bis zur 6. Klasse in der Grundschule zusammen. Auch hier sind die Lerngruppen nur selten größer als 20 Kinder und für viele Stunden steht noch ein Assistent den Schülern und Lehrern zur Verfügung. Hinzu kommt eine sehr gute Ausstattung. In fast allen Klassenräumen gibt es beispielsweise Visualisierer, um Bücherseiten oder Arbeitsblätter für alle sichtbar zu machen. Des Weiteren legt man in Finnland viel Wert auf handwerkliches Arbeiten und Musik. Die Schulen besitzen teilweise sehr gut ausgestattete Werkräume zum Sägen und Hämmern, sowie Nähmaschinen und Musikräume mit einer Vielzahl diverser Instrumenten.

Falls eine Schule dieses Equipment nicht besitzt, so hat diese eine Kooperation mit einer besser eingerichteten Schule und schickt tageweise seine Schüler dort hin. Ein weiterer Pluspunkt des finnischen Systems ist die gut implementierte Inklusion von förderbedürftigen Kindern. Jede Schule hat einen oder mehrere Sonderpädagogen und entsprechende Förderräume. Die Lehrer allein entscheiden aufgrund ihrer Beobachtungen, welche Schüler einen Förderbedarf haben und geben diese, ohne Antragsstellung (AOSF-Verfahren) über das Schulamt, direkt stundenweise in die Obhut des Sonderpädagogen.

Da ein Projektmeeting sehr wichtig für die weitere Planung des laufenden Projektjahres ist, gab es zu den Besuchen der Schule auch täglich Zeitfenster, in denen die Koordinationslehrer Zeit hatten, wichtige Punkte für die Weiterarbeit festzulegen. Hier wurden die genauen Termine der nächsten Projektmeetings festgelegt: ein gemeinsamer Comenius-Weihnachtsbaum in jeder Schule mit selbst gebasteltem Weihnachtsschmuck der Partnerschulen sowie Ausflüge zu den UNESCO Denkmälern, als auch die Abschluss-Präsentation.

Da wir in dem zweijährigen Projekt zu den UNESCO Weltkulturerbestätten arbeiten werden, wurden zwei wichtige UNESCO Stätten in Finnland besucht: die wunderschöne Holzkirche Petäjäves und abschließend Suomenlinna, eine Ansammlung von kleinen Inseln direkt vor Helsinki, die früher als Schutzwall und militärischer Stützpunkt genutzt wurden.

Natürlich standen in den Abendstunden viele schöne Aktionen, wie der Besuch eines Summercottage am See mit Sauna, Elche streicheln und füttern sowie der Verzehr eines landestypischen Möhreneintopfs in einer Holzhütte mit offener Feuerstelle auf dem Programm. Hierbei konnten sich alle Teilnehmer besser persönlich kennenlernen und das Singen von diversen unterschiedlichen als auch gleicher nationaler Lieder ließ alle zu einer großen Familie zusammenwachsen.

Abschließend kann man wohl mit Recht sagen, dass das Projektmeeting in Finnland ein voller Erfolg war, für den erfolgreichen Auftakt einer intensiven und mehrdimensionalen europäischen Partnerschaft.
















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